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Wie Bremen mit einem neuen Aus- und Weiterbildungscampus dem Fachkräftemangel in den erneuerbaren Energien begegnen will

Ein erster Schritt zu einem neuen Aus- und Weiterbildungscampus für Innovation, Transformation und Klimaschutz – das war das Thema eines Workshops am 09.12.2022. Unternehmen, Sozialpartner:innen, Kammern, Hochschulen und Ressorts kamen auf Einladung der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa zusammen. Ziel ist es, Ausbildung und Qualifizierung an einem Ort auf höchstem technischen Niveau zu ermöglichen.

Eines stellte sich schnell heraus: Die Lehre von morgen unterscheidet sich grundlegend vom heutigen Alltag. Ausbildung und Qualifizierung werden offener, flexibler und stärker integriert in die Alltagsrealität der Unternehmen sein.

„Wir stellen die Berufsschulen auf den Kopf“, kündigte etwa Daniel de Olano von der Senatorin für Kinder und Bildung an. „Wir wollen mehr Vernetzung schaffen und neue Möglichkeiten, mit den Berufsschulen zu interagieren. Ein Beispiel: Unternehmen könnten sich etwa Räume mieten, falls sie besonderen Bedarf haben.“ Am neuen Campus könnten zum Beispiel vormittags Berufsschüler:innen in den Unterricht gehen und nachmittags Unternehmen ihre Mitarbeitenden weiterbilden. Darüberhinaus soll es auch Angebote für die Öffentlichkeit geben, in Form von Demonstratoren und Veranstaltungen.

Am Anfang steht die Vision

Aber wie sehen die genauen Bedarfe der beteiligten Akteurinnen und Akteure für einen Aus- und Weiterbildungscampus für Innovation, Transformation und Klimaschutz aus? Dazu diskutierten rund 40 Vertreterinnen und Vertreter gemeinsam im CREW Space in der Überseestadt Bremen.

Grundlage ist der Beschluss des Bremer Senats vom 15. November 2022 zur Klimaschutzstrategie 2038. Die beinhaltet die Schaffung eines Campus und veranschlagt dazu Mittel in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro.

„Wir stehen vor großen Herausforderungen. Dem Klimawandel können wir nur begegnen, wenn wir den damit verbundenen Bedarf an Fachkräften decken und die Potentiale von Aus- und Weiterbildung ausschöpfen“, so Staatsrat für Arbeit Kai Stührenberg auf der Veranstaltung. „Der Workshop heute ermöglicht es uns, eine erste Idee der Bedarfe zu ermitteln und daraus eine umsetzbare Vision abzuleiten.“

Überregionale Strahlkraft entwickeln

Organisiert von der LABEW Landesagentur für berufliche Weiterbildung, zeigte sich, dass nicht nur der Erwerb technischer Kompetenzen ein zentraler Punkt für die Berufsschule von morgen sein wird.

Die Schule von morgen müsse divers aufgestellt sein und so alle Zielgruppen ansprechen, insbesondere oft noch unterrepräsentierte Gruppen in technischen Berufen wie etwa Frauen.

Um den Anforderungen einer schnellen und dynamischen Welt zu entsprechen, müssen sich auch die Weiterbildungseinrichtungen offener und flexibler aufstellen, indem sie spartenübergreifende Lehre ermöglichen, Wissen und Material teilen, sich internationaler ausrichten und Transferräume schaffen, die es Unternehmen und anderen Bildungsträgern ermöglichen, gemeinsam Potenziale zu nutzen.

Sie könnten sie auch eine Schaufensterfunktion übernehmen, die modernes, interdisziplinäres Arbeiten zeigt und so als Ideenschmiede gelten. Das habe wiederum positive Auswirkungen für den Standort Bremen als Ganzes: Denn der geplante Campus sichert so die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und erhöht die Attraktivität des Innovationsstandorts Bremen für Ansiedlungen.

Denn Qualifizierung ist eine Schlüsselaufgabe für die erfolgreiche Umsetzung der Klimaziele aber auch für die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen. „Angesichts des Standortwettbewerbs, kann der neue Campus die Rahmenbedingungen der vorhandenen Unternehmen entscheidend verbessern und für ansiedlungswillige Unternehmen ein starkes Argument für den Standort Bremen sein“, so Stührenberg.

Dabei sollen die neuen Angebote nicht in Konkurrenz zu privaten Bildungsträgern stehen, sondern bestehende Angebote ergänzen und vernetzen. Die Ergebnisse des Workshops fließen jetzt in die weiteren Planungsprozesse für den Aus- und Weiterbildungscampus mit ein.

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