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Zehn Robotik-Unternehmen aus Bremen: Wo Science-Fiction zur Realität wird

Bremer Robotik-Unternehmen stehen mit an der Speerspitze der deutschen Hightech-Industrie und entwickeln zukunftsweisende Robotertechnologie für verschiedenste Anwendungsbereiche. Ob unter Wasser, zu Lande oder im All: Die Bremer Robotik ist enorm vielfältig und leistungsstark, gerade durch die enge Anbindung an die Forschungseinrichtungen im Land. So gelingt es ihr, beständig neue technologische Maßstäbe zu setzen.

Für die Robotik ist die künstliche Intelligenz (KI) ein zentraler Erfolgsfaktor. Den robotische Systeme arbeiten idealerweise autonom und benötigen dafür KIs auf höchstem Niveau. In Bremen hat sich eine schlagkräftige KI-Szene etabliert, dank der Nähe zu wissenschaftlichen Instituten wie dem Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), dem Institute for Artificial Intelligence und dem KI-Transfer-Zentrum. Welche Unternehmen in der Bremer Robotik-Szene aktiv sind, haben wir hier einmal zusammengestellt.

10 Unternehmen aus der Robotik:

  1. Kraken Robotics GmbH

    Licht ins Dunkel der Tiefsee bringen, das ist Aufgabe der Roboter von Kraken Robotics. Sie ist eine Tochtergesellschaft der kanadischen Kraken Sonar Inc. und ein Spin-Off des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI). Das Unternehmen wurde 2016 von Dr. Jakob Schwendner, Dr. Sylvain Joyeux und Alexander Duda gegründet. Herzstück der Produktpalette von Kraken Robotics ist das Seavision System. Hierbei handelt es sich um ein Vollfarb-Unterwasser-Laser-Bildgebungssystem, welches 3D-Punktwolkenbilder von Unterwasserinfrastruktur in Echtzeit liefert. Diese Bilder können enorm hilfreich sein für die Installation von Gas-, Öl- und Offshoreanlagen sowie der Inspektion von Seekabeln.

  2. DFKI Industrials GmbH

    Noch ein Baby des forschungsstarken Bremer DFKI: Das 2012 unter dem Namen Ground Truth Robotics gegründete Unternehmen, firmiert mittlerweile unter dem Namen DFKI Industrials. Das Unternehmen transformiert die Forschungsergebnisse des DFKI zu konkreten Produkten für die Anwendung in unterschiedlichen Bereichen der kommerziellen KI-basierten Softwarenutzung. Zu den Produkten von DFKI Industrials gehören beispielsweise Roboter wie der TMV-X, der ferngesteuert durch das Gelände bewegt werden kann, um 3D-Aufnahmen seiner Umgebung zu erstellen. Lösungen von DFKI Industrials können sowohl in den Bereichen maritimer, terrestrischer sowie industrieller Überwachung zum Einsatz kommen.

  3. cellumation GmbH

    cellumation ist ein junges Unternehmen, rund um das ambitionierte Gründerteam bestehend aus Claudio Uriarte, Dr. Hendrik Thamer und Ivan Kuznetsov. Kennengelernt haben sich die Drei während ihrer Arbeit am Bremer Institut für Produktion und Logistik (BIBA) an der Universität Bremen. cellumation ist seit 2017 am Markt aktiv und ist insbesondere spezialisiert auf Lösungen in der Intralogistik. Eines ihrer Vorzeigeprodukte ist der „celluveyor“, ein modulares Förder- und Positioniersystem, bei dem einzelne Zellen auf dem Fließband per Software angesteuert werden können, um beispielsweise darauf transportierten Paketen eine individuelle Richtung zu geben. Kleine Brötchen backen ist nicht das Metier des Cellumation-Teams - ihre Vision: Irgendwann soll weltweit jedes Paket eine ihrer celluveyor-Zellen berührt haben.

  1. Ubica Robotics GmbH

    Digitalisierung ist ein Thema, welches den Einzelhandel künftig starken prägen wird. Ubica Robotics agiert mit ihren Scanrobotern in genau diesem Bereich. Sie sind in der Lage, das Innere einer Einzelhandelsfiliale, also die Anordnung der Regale sowie die darin einsortierten Produkte, zu scannen und dann einen digitalen Klon dieser Filiale zu produzieren. Dies gibt den Filialbetreibenden die ständige Übersicht über den Regalbestand und ermöglicht so die Optimierung von Nachbestellungen. Auch die Mitarbeitenden können auf Basis der Scans Regale schneller bestücken während sie Kundinnen und Kunden als Orientierungshilfe behilflich sein können. Die Technologie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bremer Institut für künstliche Intelligenz (IAI) entwickelt und durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa sowie die Europäische Union gefördert.

  2. RoBoTec GmbH

    Preisgekrönt ist die Firma RoBoTec, die unter anderem mit dem Bremer Umweltpreis sowie mit dem Gründer*innenpreis ausgezeichnet wurde. RoBoTec ist eine Ausgründung des Bremer Familienunternehmens Bock Bio Science. Das Robotersystem der Firma ist die erste vollautomatisierte Produktionsmethode von Pflanzen. Zierpflanzen, Nahrungspflanzen, Nutzpflanzen und Arzneipflanzen können „in vitro“, also im Labor, produziert werden. Wichtig ist dafür die Schnitttechniksoftware RoBoCut. RoBoCut liegt eine künstliche Intelligenz zu Grunde, die den Laserschnitt steuert, der für die in-vitro-Produktion der Pflanzen notwendig ist. Dieser KI-basierte Laserschnitt ist präziser als jeder manuelle Eingriff, er verletzt weniger Zellen und verhindert so Infektionen.

  3. AKON Robotics

    Die in Bremen-Mahndorf beheimatete Akon Robotics ist als mittelständisches Unternehmen von Greifsystemen über Schweißroboter bis hin zu Komponenten breit aufgestellt. Die Greifsysteme von Akon kommen beispielsweise bei der Palettierung von Flaschen und Dosen zum Einsatz, dort wo bei unterschiedlichen Formen und Größen mitunter eine hohe Flexibilität an die Greifsysteme erforderlich ist. Dabei kooperiert Akon eng mit Branchenriesen wie Kuka oder Kawasaki.

  1. Rosen Technology and Research Center GmbH

    Die Rosen Technologies ist ein echter Global Player. Das Unternehmen hat zahlreiche Standorte auf der ganzen Welt. Einer von alleine sieben Standorten in Deutschland ist Bremen. Die Niederlassung in Bremen-Hemelingen ist insbesondere spezialisiert auf maritime Projekte und das Entwickeln und Testen von Software für Inspektionssysteme. Roboter, die mit der Software von Rosen Technologies operieren, können zur Überwachung von On- und Offshore-Pipelines, in Lagertanks oder zur Überwachung von Schienensystemen zum Einsatz kommen – also gerade dort, wo menschliche Arbeitskräfte einer erhöhten Gefahr ausgesetzt sind.

  2. KUKA Assembly & Test GmbH

    Und direkt der nächste Gigant im Robotik-Business: Kuka hat weltweit 14.000 Mitarbeitende und gehört zu den führenden Anbietern in der Automatisierungstechnologie. Gerade im Bereich der Industrieroboter ist Kuka stark aufgestellt. Hier bietet die Firma zahlreiche Angebote, mit denen Firmen ihre Produktion fit für die Anforderungen der Industrie 4.0, also dem vollautomatisierten, Produktionsablauf fit machen können. Die Roboter kommen in verschiedensten Branchen zum Einsatz, sei es in der Automobilindustrie, im E-Commerce oder in der Gesundheitsindustrie. In Bremen ist die KUKA Assembly & Test GmbH ansässig, die vor allem auf automatisierte Montagesysteme und Prüfung von Fahrzeugantriebssträngen spezialisiert ist und 2008 aus einer Fusion mit der LSW Maschinenfabrik hervorgegangen ist.

  3. Scholl Robotics GmbH & Co.KG

    Scholl Robotics ist vor allem Dienstleistungsexperte auf dem Gebiet der Robotik. Die Firma unterstützt Unternehmen bei der richtigen Programmierung und Einstellung von Produktionsrobotern direkt vor Ort. Auch Optimierungspotenziale macht Scholl Robotics für ihre Kundinnen und Kunden ausfindig und unterbreitet basierend darauf Lösungsvorschläge für eine verbesserte Automatisierung des Produktionsablaufs. Spezialisiert ist Scholl auf Roboter aus dem Hause Kuka und ABB.

  4. Airbus Group

    Astronautinnen und Astronauten, die mit einem KI-basierten Bordcomputer kommunizieren – das kennt man vielleicht aus Filmen wie Star Wars oder 2001: A Space Odyssey. Mit CIMON, dem Crew Interactive Mobile Companion, wird diese Science-Fiction nun Realität. CIMON stammt aus dem Hause Airbus, das neben dem Flugzeugbau auch starke Kompetenzen in der Robotik und KI-Technologie vorzuweisen hat. CIMON wurde von Airbus in Bremen und Friedrichshafen entwickelt und ist eine künstliche Intelligenz, die auf der Raumstation ISS bei Routinearbeiten, durch das Anzeigen von Prozeduren und das Vorschlagen von Problemlösungen, unterstützen soll. Für Langzeitmissionen wird geplant die KI auch mit emotionaler Intelligenz auszustatten, um negativen Effekten wie sozialer Isolation vorzubeugen. Ein Roboterfreund in der Einsamkeit des Alls.

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