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Doppelpass für Arbeitsmarkt und Engagement

Ein Ball wird auf ein Tor geschossen

Vereine prägen das Leben in ihrem Stadtteil. Mit einem Zuschuss zu einem klassischen Arbeitsmarkt-Instrument fördert die Bremer Senatorin für Wirtschaft Arbeit und Europa deshalb die Beschäftigung von Hauptamtlichen in gemeinnützigen Organisationen. Und gibt Langzeitarbeitslosen zugleich eine Chance auf dauerhafte Beschäftigung. Die Fußballabteilung des TSV Wulsdorf zeigt, wie dieser Doppelpass zum Sieg führt.

Fußball ist Leidenschaft und in den Amateur-Ligen ohne Ehrenamt nicht denkbar. „Leider stößt man da schnell an Grenzen“, weiß Lutz Stürcken, der die Fußballabteilung des TSV Wulsdorf in Bremerhaven leitet. Häufig läuft diese Linie dort, wo der Sport seine besondere Stärke entwickelt könnte: „Wir möchten zum Beispiel die Schulen und die Kitas in unsere Vereinsarbeit einbeziehen, allein ehrenamtlich lässt sich das nicht leisten.“ Die Kicker aus dem Süden der Seestadt haben Glück: Dank eines von der Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa geförderten Projekt haben sie mit Remzo Memic einen hauptamtlichen Trainer bekommen, der die sportliche Nachwuchsförderung mit dem sozialen Engagement im Quartier verbindet.

Bekanntes Gesicht der Bremer Fußballlandschaft

Fußballfans ist Memic ein Begriff, seitdem er vor 35 Jahren aus dem damaligen Jugoslawien nach Bremerhaven kam. Der heute 57-Jährige spielte für den OSC Bremerhaven in der dritthöchsten deutschen Liga, dank seiner A-Lizenz trainierte er anschließend Fußballmannschaften wie den FC Oberneuland, den FC Bremerhaven und den FC Cuxhaven. Doch auf dem Fußballplatz kann sich das Glück schnell wenden; Memic war mehrere Jahre arbeitslos - bis das Jobcenter Bremerhaven ihm über ein Förderprogramm nach dem Sozialgesetzbuch SGB II die Möglichkeit bot, wieder hauptamtlich als Trainer zu arbeiten. „Remzo hat die Initiative ergriffen und sich bei uns gemeldet - das war die Chance, unser Engagement für Wulsdorf und die sportlichen Möglichkeiten des Vereins zu stärken“, erinnert sich Lutz Stürcken.

Über das SGB-II-Programm fördern die Jobcenter die Lohnkosten, wenn Unternehmen Langzeitarbeitslosen eine neue Beschäftigung geben. Damit möglichst vielen Menschen diese Chance auf eine dauerhafte Rückkehr in den Arbeitsmarkt bekommen, stockt die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa (SWAE) in Bremen unter bestimmten Bedingungen diese Förderung noch auf. Gemeinnützige Arbeitgeber*innen - zu denen Sportvereine zählen - bekommen dabei aus dem SWAE-Etat ihren Eigenanteil an den Lohnkosten sowie den Aufwand beispielsweise für eine sozialpädagogische Begleitung des Vorhabens erstattet. Die Senatorin erreicht damit gleich zwei Ziele: Sie schafft für die ehemals Langzeitarbeitslosen nicht nur eine neue Perspektive, sondern fördert auch noch die Gemeinschaft und das soziale Engagement im Land Bremen.

Gutes für den Stadtteil erreichen

Bevor Remzo Memic mit seiner Bewerbung um eine hauptamtliche Trainerstelle vor der Tür stand, wussten Lutz Stürcken und der TSV-Vorstand nichts von diesen Fördermöglichkeiten. Der Fußballer erkannte aber schnell die Möglichkeiten, die sich dadurch für den Verein eröffnen. „Wir wollen uns in unserem Stadtteil engagieren, wir sind ein Teil der Gemeinschaft hier“, sagt er. Immer wieder hatte der Verein Anläufe unternommen, mit den Kitas und den Schulen über gemeinsame Projekte gesprochen: „Jetzt können wir sie tatsächlich umsetzen und kontinuierlich betreiben.“ Gerade für letzteres ist eine hauptamtliche Kraft unverzichtbar: „Bei Ehrenamtlichen kann immer etwas dazwischen kommen, weil sie nur nach Feierabend Zeit für die Vereinsarbeit haben“, erläutert Stürcken. Dank des Förderprogramms bekommt der Amateur-Fußball neben Leidenschaft und Engagement jetzt einen weiteren wichtigen Faktor: „Mit Remzo Memic können wir nun auch Verlässlichkeit bieten.“ Und weil die positive Wirkung für Verein und Stadtteil so groß ist, haben die Sportler bereits eine zweite Stelle geschaffen: „Mit unserem neuen hauptamtlichen Platzwart können wir jetzt noch viel mehr für die Gemeinschaft in Wulsdorf tun.“
Text: Wolfgang Heumer

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