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Forschung und Wissenschaft in Zeiten von Corona

Grafik vom Coronarvirus

Die COVID-19 Pandemie hat vieles verändert, wobei die veränderte Wahrnehmung von Forschung und Wissenschaft durch die Politik bemerkenswert ist. Nicht dass Wissenschaft und Forschung einen schlechten Ruf gehabt hätten, aber die Politik war in der Vergangenheit oft beratungsresistent was die Erkenntnisse angeht (Stichwort Klimawandel) oder hat zumindest nur zögerlich die angeratenen Schritte eingeleitet. Ganz anders ist das bei COVID–19. Epidemiolog*innen, Virolog*innen und Statistiker*innen dürfen Politiker*innen beraten und ihre Empfehlungen werden auch umgesetzt. Ebenso ist die Bevölkerung an Forschung, wie sie funktioniert und wie lange sie dauert, interessierter als je zuvor.

Im Hinblick auf die Corona-Pandemie zahlt es sich dabei aus, dass europäische Wissenschaftler*innen Themen zu Pandemien und Viren schon seit langem bearbeiten. 31 Millionen Euro sind durch das 7. Forschungsrahmenprogramm und 73 Millionen Euro durch Horizon 2020 in Projekte zu Coronaviren und auch in breiter angelegte Forschungsprojekte zu Viren investiert worden. Der ERC (Europäischer Forschungsrat), welcher exzellente Forscher*innen und deren bahnbrechende Ideen unterstützt, fördert derzeit ca. 50 Projekte, die zur Bewältigung der COVID-19 Pandemie beitragen können.

Unter diesen Projekten ist auch das Projekt EAR „Audio-based Mobile Health Diagnostics“ der Wissenschaftlerin Prof. Cecilia Mascolo (Cambridge/UK). Sie hat im Oktober 2019 Fördermittel in Höhe von 2,5 Mio. EUR erhalten, um ihre Forschung zu Audiosensorik mitzufinanzieren. Die Arbeiten basieren auf der Erkenntnis, dass Geräusche aus dem menschlichen Körper Indikatoren für Krankheiten sein können. Ziel der Arbeiten ist es, medizinische Diagnostik und Überwachung durch den Einsatz mobiler Geräte möglich zu machen. Gleichzeitig werden im Projekt Stromverbrauch und Datenschutzbelange behandelt.

Am 6. April 2020 wurde nun die praktische Umsetzung der Projekterkenntnisse zur Testung von COVID-19 beim Menschen gestartet. Da COVID-19 eine Erkrankung der Atemwege ist, gibt es spezifische Geräusche beim Sprechen, Atmen und Husten. Dies soll im Projekt nun über eine App eingehender erforscht und mit Daten unterlegt werden. Über die „COVID-19 Sounds App“ können Personen freiwillig demographische und medizinische Informationen (z.B. COVID-19 positiv oder nicht) sowie Sprachproben, Atem- und Hustenproben über das Mikrofon des Telefons beisteuern und so dabei helfen die Datenbasis zu verbreitern.

Die App wird in mehreren Sprachen verfügbar sein.

Die COVID-19 Sounds App ist jetzt für Android-Handys im Google Play Store verfügbar.

Eine Version für iOS soll ebenfalls bereitgestellt werden.

Fazit ist: Wissenschaft und der Umgang mit ihr haben sich in den Zeiten von COVID-19 verändert. Es ist auch die Gelegenheit, als Bürger stärker einbezogen zu werden. Das Projekt „EAR“ gibt die Gelegenheit dazu. Man kann nur ermutigen, sich an dem Projekt von Frau Professor Mascolo zu beteiligen.

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