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Wie die Food Hubs im Land Bremen die Lebensmittelbranche stärken

Mit dem Food Hub-Kooperationsmodell zwischen Food Land Bremen und First wächst die Nahrungs- und Genussmittelindustrie im Land Bremen noch weiter zusammen: Start-ups und etablierte Unternehmen lösen hier gemeinsam ihre Herausforderungen und entwickeln neue Produkte. Das Prinzip: Von der Branche für die Branche.

Was sind Food Land Bremen und First?

Food Land Bremen in der Stadt Bremen und First in der Stadt Bremerhaven sind Innovationsorte, die es Unternehmen und angehendenden Gründerinnen und Gründern leichter machen, in der hochkompetitiven Lebensmittelbranche zu bestehen, neue Produkte zu entwerfen und die großen Herausforderungen wie Digitalisierung, demografischer Wandel, Klimaschutz und Veränderung der Ernährungsgewohnheiten anzugehen.

An wen richten sich die Food Hub-Standorte?

Einerseits an die Start-ups und Unternehmen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie im Land Bremen und ihre rund 11.500 Beschäftigten. Andererseits an angehende Gründerinnen und Gründer, die neue Produkte entwickeln und sich damit in Land Bremen selbstständig machen möchten.

Warum gibt es zwei Food Hub-Standorte?

Jeder Standort hat einzigartige Stärken. Beide Orte ergänzen sich und arbeiten eng zusammen. Gemeinsam tragen sie zur Stärkung der Wirtschaft im Land Bremen bei.

First:

First wird vom Technologie-Transfer-Zentrum (ttz) Bremerhaven betrieben und bietet umfassende Unterstützung bei der Entwicklung und Produktion von Lebensmitteln, unter anderem:

  • Beratung und Anleitung beim Betrieb von Maschinen in der Lebensmittelindustrie
  • Unterstützung bei der Entwicklung von Rezepturen und ihrer Skalierung
  • Beratung bei Zutatenlisten oder Haltbarmachung von Lebensmitteln
  • Produktion von Versuchschargen
  • Coworking-Plätze
  • Produktionsskalierung von der händischen Produktion bis hin zu Kleinstchargen

Gründungsinteressierte, Start-ups und etablierte Unternehmen können das umfangreiche Repertoire im First nutzen und dabei auf die Expertise der Lebensmitteltechnolog:innen des ttz Bremerhaven zurückgreifen.

Food Land Bremen:

„Food Land Bremen ist eine Innovationsplattform aus der Branche für die Branche. Bei uns entstehen konkrete Projekte, an denen Unternehmen gemeinsam arbeiten“, erklärt Claudia Nötzelmann, Geschäftsführerin von Food Land Bremen.

Food Land Bremen ist eine Community aus Unternehmen, Wissenschaft und jungen Gründungsinteressierten, die hier ihre Herausforderungen in die Community stellen können, welche dann gemeinsam gelöst werden. Zudem ermöglichen die Expert:innen des Food Hubs Zugang zu Kooperationspartner:innen, fachlicher Expertise und Mentor:innen in Bremen und darüber hinaus.

Was unterscheidet First und Food Land Bremen von einem Branchennetzwerk?

Im Land Bremen gibt es mit dem NaGeB bereits einen starken Branchenverband der Lebensmittelindustrie. Er vernetzt Mitglieder, organisiert Events und tritt als Branchensprachrohr auf.

Der Food Hub agiert hingegen stets mit konkreten Fragestellungen und Projekten der Unternehmen und/oder Gründer:innen. Er bündelt Fachwissen, moderne Infrastruktur und eine starke Forschungslandschaft. Hier wird ganz konkret an Fragestellungen gearbeitet.

Wie können solche Fragestellungen und gemeinsame Projekte aussehen?

Geschäftsführerin Claudia Nötzelmann gibt ein paar Beispiele: „Ein Unternehmen hat ein neues Getränk und sucht dafür die ideale Verpackung – das wäre eine mögliche Herausforderung, für die ein anderes Unternehmen in Bremen vielleicht eine Lösung hat. Eine andere könnte sein: Wie stelle ich meinen Betrieb digital in den kommenden Jahren auf?“

Projekte im Food Land Bremen können alles umfassen, was ein Unternehmen in der Nahrungsmittelindustrie benötigt: Etwa Unterstützung bei der Produktion, bei der Digitalisierung, dem Generationenwechsel, Fragen zur Energiewende, Nachhaltigkeit oder Fragestellungen zu rechtlichen Rahmenbedingungen, wie etwa Haftung oder Patentanmeldung. 

Es können einfache oder auch komplexe Fragestellungen sein. Das Wichtige dabei: Die Bedarfe kommen aus der Branche, die Antworten aber auch. Die Expertinnen und Experten aus Industrie und Wissenschaft bringen ihr Know-how ein, ohne einen direkten Return zu erwarten.

Was haben Unternehmen davon, sich an Projekten und Herausforderungen anderer zu beteiligen?

„Es ist ein Geben und Nehmen. Wer sich bei uns engagiert, setzt seine Zeit und Ressourcen ein, erhält aber auf der anderen Seite auch wichtigen Input, wenn er oder sie wiederum mit einer Fragestellung auf uns zukommt“, erklärt sie weiter.

Das Team des Food Land Bremen vertraut auf die Kraft des Kollaborationseffekts: Denn wer sich beteiligt, gewinnt auch neue Kontakte, neue Partnerinnen und Partner oder eignet sich neue Kompetenzen an. „Oder es geht nur darum zu schauen: Wie geht der andere eine Herausforderung an, die ich auch habe und wie können wir sie gemeinsam lösen?“.

Jedes Projekt wird immer durch begleitende Moderation von Fachexpert:innen ergänzt. Diese schlagen etwa neue Formate oder Methoden vor, um Probleme zu lösen. „Idealerweise können wir auch aus anderen Branchen Expertinnen und Experten einladen. Denn wir wollen ins interdisziplinäre Arbeiten kommen“, so Nötzelmann.

Ein Konzept, das aufgeht: Erste Projekte und viele Branchenexpert:innen sind bereits an Bord.

Wie können Interessierte Teil der Food Land Bremen Community werden?

Wer sich einbringen will, kann Food Land Bremen direkt kontaktieren. Zukünftig erhalten Interessentinnen und Interessenten Zugang zu einer digitalen Plattform, welche die Grundlage für alle Aktivitäten bieten soll: Hier können neue Ideen gepitcht oder Projekte an den Start gebracht werden.

Wichtig dabei: Wer sich engagiert, muss auch ein echtes Interesse an Zusammenarbeit haben. „Es ist keine Werbeplattform, wo man seine Dienstleistungen anbietet. Wir sprechen mit allen im Vorfeld, die kooperieren wollen“, so Geschäftsführerin Nötzelmann. Aus diesem Grund soll der Zugang perspektivisch kostenpflichtig werden – wer sich beteiligt, soll sich eben auch verpflichtet fühlen. „Für Start-ups und Gründer:innen aus dem Land Bremen haben wir dabei besondere Konditionen und unterstützen natürlich auch bei der Fördermittelsuche, etwa zu Förderbanken.“

Darüber hinaus wird es auch ganz klassische Angebote geben wie Präsenz-Veranstaltungen oder ein Acceleratorprogramm, das auf die Bedürfnisse der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in Bremen zugeschnitten ist.

Wie sehen diese Angebote vom Food Land Bremen und First aus?

Mit einer Produktionsfläche, Beratungs- und Skalierungsangeboten in Bremerhaven und einer Plattform für gemeinsame Projekte ist es bei Food Land Bremen und First noch lange nicht getan:

  • Die onlinebasierte Plattform vom Food Land Bremen soll künftig auch der Wissensdokumentation dienen, wo Anwendungsfälle, Best Practices und vieles mehr gesammelt wird, was der Branche hilft.
  • Die Food Hubs veranstalten regelmäßige Events und Workshops, in denen sich die Branche trifft
  • Gemeinsame Messeteilnahmen zeigen die Vielfalt der Bremer Nahrungsmittelindustrie und sorgen für Aufmerksamkeit.
  • Food Land Bremen wird Risikokapital und Investorinnen und Investoren (zum Beispiel Business Angels) als Teil des Netzwerks gewinnen
  • Zudem sollen die Marke und der Auftritt der beiden Food Hubs in der Öffentlichkeit die Bremer Lebensmittelindustrie zu mehr Aufmerksamkeit
  • All das soll zu folgendem Ergebnis führen: Neue Unternehmen und vor allem Start-ups aus ganz Deutschland begeistern sich für einen Standort im Land Bremen.

Von wem werden Food Land Bremen und First betrieben?

Die Food Land Bremen GmbH wird als Tochter der M3B GmbH betrieben, das First vom ttz Bremerhaven.

Wie ist die Finanzierung organisiert?

Die Food Hubs werden durch die Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation des Landes Bremen bis 2029 gefördert. Zusätzliche Einnahmen sollen durch die verschiedenen Angebote erzielt werden.

Außerdem wurde Ausstattung im First im Projekt „Food-Startup-Lab Halle X“ durch Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Programm REACT-EU von der Europäischen Union gefördert.

An wen kann ich mich wenden?

Claudia Nötzelmann, Geschäftsführerin Food Land Bremen
Mobil: +49 160 99675742; hello@foodlandbremen.de
https://www.linkedin.com/in/claudia-nötzelmann-428672240/

Benjamin Küther, Leiter Marketing ttz Bremerhaven
Telefon: +49 471 80934-905; hello@first-bremerhaven.de

 

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