
Geschäftsführer Georg Blum (Foto: LightPartner)
Die Beleuchtung im Konferenzraum der LightPartner GmbH & Co. KG kann auf Knopfdruck jede Helligkeit und Farbtemperatur vom warmen Tageslicht bis zum gedämpften Nachtlicht für jeden Einsatzzweck annehmen. Georg Blum nutzt diese Möglichkeit gerne, um die Bedeutung und Wirksamkeit von richtig eingesetztem Licht zu demonstrieren.
Wenn seine Gäste mehr Details erfahren möchten, führt er ihnen in den Fluren des Bürogebäudes höchstunterschiedliche Lichtquellen von der dezenten Restaurant-Tischlampe bis zum grellen LED-Scheinwerfer in der Praxis vor.
Als Geschäftsführer von LightPartner und als Diplom-Ingenieur für Elektro- und Informationstechnik kennt sich der 40-Jährige bestens mit solchen Themen aus - das Unternehmen setzt weltweit Schiffe nahezu jeder Kategorie vom Assistenzschlepper über Kreuzfahrtgiganten bis zu neuesten Marine-Schiffen ins rechte Licht. „Jedes Schiff, jede Lichtsituation an Bord erfordert eine individuelle Beleuchtungslösung“, erläutert Blum. Weltweit vertrauen Werften, Reedereien und die Beschaffer von Staatsschiffen darauf, dass die Firma in Bremen die passende Technik entwickelt und liefert.

Das Unternehmen rüstet sowohl luxuriöse Passagierschiffe, als auch Industrie- oder Forschungsschiffe aus (Foto: LightPartner)
„Die technischen Anforderungen auf Schiffen sind viel komplexer als an Land“
Laienhaft betrachtet scheint die Frage nach dem richtigen Licht für ein Schiff gar nicht so schwer zu beantworten zu sein. Denn auf den ersten Blick fällt dem ungeschulten Blick nicht auf, ob eine Leuchte an Bord oder an Land für Helligkeit sorgt. „Die technischen Anforderungen an Beleuchtungsanlagen auf Schiffen oder Arbeitsplattformen auf dem Meer sind viel komplexer als an Land“, ist Blum überzeugt. Beispielhaft verweist er auf die erhöhte Korrosion aufgrund der feuchten und salzigen Umgebung, die höheren Sicherheitsanforderung für Installation von Leuchten und Stromkabeln auf leitfähigen Metalloberflächen und die höheren Ansprüche an die Lichtwirkung und Langlebigkeit.
Doch die passende Lichtsituation auf einem Schiff oder einer Konverterplattform zu schaffen, ist nicht nur eine technische Aufgabe. „Dazu kommen dann noch die individuellen Ansprüche, die sich aus der Art des Schiffes ergeben“, ergänzt Blum. Im öffentlichen Bereich von Kreuzfahrtschiffen ist die Beleuchtung ein wichtiges individuelles Gestaltungsmittel; zugleich dienen Lichtinstallationen der optimalen Ausleuchtung zum Beispiel von Maschinenräumen, Gängen oder Decks und sind unverzichtbar für die Sicherheit an Bord.
„Auf Marineschiffen kommt noch hinzu, dass sie trotz eingeschalteter Beleuchtung nach außen nicht sichtbar sein sollten oder dass die Besatzung bei ihrer Arbeit zum Beispiel mit Nachtsichtgeräten nicht geblendet wird“, betont Blum. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Die empfindlichen elektronischen Geräte wie zum Beispiel Waffensysteme dürfen nicht durch elektromagnetische Wellen aus dem Leuchten gestört werden.

Stimmungsvolles Ambiete: Blick in den Restaurantbereich auf der AIDAprima (Foto: LightPartner)
„Wir begleiten ein Projekt von Anbeginn an und entwickeln individuelle Licht-Lösungen“
Für all diese und noch viel mehr Herausforderungen hat LightPartner die passende Lösung und das Produkt. Dass dessen Dienste und Entwicklungen weltweit gefragt sind, basiert auf der in vielen Jahren entwickelte Expertise und dem Service des Unternehmens. Lösungen und Anwendungen von der Stange gibt es nicht; nur für Standardanforderungen wie zum Beispiel die Beleuchtung in Maschinenräumen greifen die Bremer Beleuchter auf bewährte Konzepte und Technologien zurück. Aber auch die entstehen wie alles andere im engen Austausch mit dem Auftraggeber. „Wir begleiten ein Projekt von Anbeginn an und entwickeln individuelle Licht-Lösungen“, betont Georg Blum.
Das Leistungsspektrum umfasst das Leuchten-Design genauso wie die Gestaltung der Lichteffekte sowie die technische Entwicklung und Produktion der notwendigen Leuchten und Installationen. Mittlerweile hat LightPartner ein Portfolio von mehr als 30 000 Produkten. Dieses Engagement wird auf dem internationalen Schiffbaumarkt honoriert: „Wir arbeiten mit nahezu allen großen internationalen Werften und mit allen namhaften Reedereien zusammen“, bestätigt der Geschäftsführer.

Leuchtenentwicklung bei LightPartner mittels CAD-Tools (Foto: LightPartner)
Weltweiter Erfolg basiert auf mittelständischer Unternehmensphilosophie
Der weltweite Erfolg des Unternehmens führt Blum auch auf die Unternehmensgröße zurück. Im eigenen Haus zählt die Firma gut 60 Beschäftigte, mit den Partnern und Zulieferern sind es rund 200 Mitarbeitende, die sich für die Kund:innen engagieren – ein typischer Mittelständler. „Diese Struktur ermöglicht uns die Entwicklung individueller Lösung, einen direkten Kontakt zu den Kunden und eine zuverlässig hohe Qualität“, sagt Georg Blum und liefert damit den Hinweis, warum das scheinbar kleine Bremer Unternehmen als internationale Größe gegen den Wettbewerb unter anderem aus Asien behauptet. „Unsere Kunden wissen einfach, dass wir gemeinsam mit ihnen die beste Lösung für die jeweilige Anforderung finden und dass sie sich völlig auf uns und unsere Produkte verlassen können“, ist Georg Blum überzeugt.
Qualitätssicherung genießt deshalb einen hohen Stellenwert im Unternehmen. Selbst wenn sie nur in geringer Stückzahl angefertigt werden, müssen alle Produkte das firmeneigene Labor durchlaufen und dort ihre „Seetauglichkeit“ beweisen. Der Härtetest umfasst alles, was auf See auf die Geräte wartet: Hitze, Kälte, Feuchtigkeit und Salz in der Luft und sogar Vibrationen können auf den Prüfständen simuliert werden. Neben den Prototypen werden auch die Bauteile genauestens geprüft, aus denen anschließend die bestellten Leuchten und Installationen gefertigt werden. „Bevor wir sie an die Kunden weitergeben, werden sie erneut strengen Qualitätskontrollen unterzogen“, erläutert Blum. Letztlich steckt in diesem System nichts anderes als ein Bewusstsein für die besonderen Bedürfnisse der Kundschaft: „Auf Schiffen kann man kein riesiges Ersatzteillager mit sich führen“, weiß Georg Blum, „da zählt einfach die gelieferte Qualität.“

Auch im technischen Bereich unter Deck finden sich LightPartner-Leuchten (Foto: LightPartner)
Von Anfang an Rückhalt durch namhafte Schiffbau-Unternehmen
LightPartner steht damit in der Tradition früherer Lichtspezialisten, die viele Jahrzehnte gemeinsam mit anderen Schiffbau-affinen Firmen den maritimen Wirtschaftsstandort Bremen prägten. Gegründet wurde LightPartner 1995 von Dietrich Haas und Heiko Riekers. Sie füllten eine Lücke, nachdem der damals marktführende Spezialleuchten-Hersteller in Bremen von einem Wettbewerber aus Norwegen übernommen und in einer Konzernstruktur verschmolzen wurde. Die beiden Gründer fanden von Anfang an den Rückhalt von namhaften Schiffbau-Unternehmen wie der Meyer Werft in Papenburg. Vor knapp drei Jahren gab es zwar einen Gesellschafterwechsel, aber die neuen Eigentümer – die inhabergeführte Mition GmbH Mittelstandsbeteiligungen - folgt weiterhin der mittelständischen Philosophie der Gründer: „Unser Erfolg basiert auf unserer Kompetenz, auf unserer mittelständischen Struktur und auf dem Standort Bremen. Und daran werden wir nicht rütteln“, sagt Georg Blum.
Autor Wolfgang Heumer



