Mittelstand Logistik: Innovationspotentiale voll ausschöpfen dank wissenschaftlichem Know-How

Zukünftig stehen der Bremer Logistikbranche wissenschaftliche Innovationsbotschafter*innen für die Lösung Ihrer Herausforderungen zur Seite. Diese werden im Rahmen des Projekts BreLogIK ausgebildet.

Wie die Logistikweisen im Nachgang ihres Gipfels im Jahr 2019 zusammenfassten, bieten Logistikunternehmen aufgrund ihrer Schnittstellenfunktion mit und für verschiedene Stakeholder sowie ihren Aufgaben bezüglich der Steuerung von globalen Lieferketten viel Spielraum für Neuerungen.

Oft sind die eigenen Innovationspotentiale bekannt, die Nutzung kann aber nicht in völliger Eigenregie gestemmt werden

In Bremen ist die Logistikbranche nicht nur wichtige Triebfeder für die Wirtschaft der Hansestadt, sondern strukturell durch klein- und mittelständische Akteure geprägt.
Hier schlummern Innovationspotentiale vorwiegend in zentralen Unternehmensprozessen, diese zu erneuern kommt allerdings oft einem Kraftakt gleich. Wie soll eine mittelständische Logistikfirma neben dem alltäglichen operativen Geschäft, unter dem Einfluss des Fachkräftemangels und der parallel stattfindenden digitalen Transformation darüber hinaus weitere Neuerungen umsetzen? Gilt es doch, zum einen wirtschaftlich effizient zu agieren, zum anderen aber nachhaltige Maßnahmen zur Erreichung der CO2-Neutralität zu implementieren und aufgrund der aktuellen Umstände eine höhere Resilienz der eigenen Geschäftsprozesse hinsichtlich Globalisierung zu erreichen.

Projekt BreLogIK hat das Ziel, einen langfristigen Mehrwert in Sachen Innovation für regionale Logistik-KMU zu schaffen

Hier setzt das Projekt BreLogIK (Bremer Logistik Transfer und Innovationskultur) an, um bislang ungenutzte Möglichkeiten im engen Schulterschluss und vertiefendem Dialog zwischen Bremer Wissenschaft und Logistikwirtschaft auszuschöpfen. Innerhalb des Vorhabens, das vom Senat für Wissenschaft und Häfen gefördert wird, entwickeln die Projektpartner (LogDynamics, BIBA, ISL und die Hochschule Bremerhaven) neben einem durch Digitalisierung „entgrenzten“ Innovationslabor eine Online-Plattform, in der Logistikunternehmen nach möglichen Kooperationspartnern aus Industrie und Wissenschaft bzw. aktuell laufenden oder bereits abgeschlossenen Forschungsprojekten zur gemeinschaftlichen Lösung ihrer innovationsgetriebenen Herausforderungen recherchieren können. Zusätzlich werden ab Januar 2021 Nachwuchswissenschaftler*innen zu beratenden Innovationsbotschafter*innen für die Branche ausgebildet.

Die Qualifizierung zum/zur wissenschaftlichen Innovationsbotschafter*in und Serviceangebot im Anschluss

Auf dem Lehrplan stehen u.a. Design Thinking, Methoden des agilen Projektmanagements und Kommunikationstrainings. Zusätzlich werden im Innovationslabor konkrete Fallstudien gelöst. Nach der Qualifizierung erproben die frisch ausgebildeten Innovationsbotschafter*innen ihr neues Fachwissen innerhalb begleiteter Projekte in Kooperation mit Bremer Unternehmen. So erhält die eigene Forschungsarbeit neue, konkrete Impulse; langfristig soll damit die logistikbezogene Forschungsarbeit noch näher an der Arbeitsrealität der regionalen Branche agieren.

Die Leistung der Innovationsbotschafter*innen versteht sich als – innerhalb der Probeprojekte kostenfreies – Serviceangebot der Bremer Wissenschaft an den regionalen Logistik-Mittelstand. Das BreLogIK-Projektteam freut sich auf einen regen, spannenden Austausch zwischen Vertretern beider Seiten und steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung.

Text: Andrea Voth, ISL Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik

Das Projekt BreLogIK wird gefördert durch die Senatorin für Wissenschaft und Häfen

BreLogIK-Projektpartner sind: